BMW 3er E30 – Youngtimer für Liebhaber

Anzeige

Der 3er von BMW zählt seit jeher zu den sportlichsten Limousinen auf dem Automarkt. Bereits mit der ersten 3er-Baureihe, intern als E21 bezeichnet, setzte BMW Maßstäbe im Bereich kompakter Sport-Limousinen. Was einst mit den dynamischen Modellen der 02er-Baureihe begann, wurde später mit Einführung der neuen Nomenklatur konsequent weitergeführt. Während Mercedes-Benz mit robuster Qualität und gediegenem Luxus punktete, wusste BMW seine Klientel mit sportlichen, fahraktiven Limousinen für Selbstfahrer zu überzeugen.

BMW E30 – Schönster aller 3er?

Kunden honorierten die Philosophie aus München auch sogleich, weshalb im Jahr 1982 nach dem großen Erfolg der ersten 3er-Reihe E21 der Nachfolger mit der Bezeichnung E30 vorgestellt wurde. Heute, 18 Jahre nachdem der letzte E30 vom Band gelaufen ist, gelten einzelne Modellvarianten dieser Baureihe bereits als gesuchte Sammlerstücke und beliebte Alltagsyoungtimer, mit denen man nichts falsch machen kann.

Zwei BMW E30 318i, 4-türig, links bis Baujahr August 1985, rechts ab September 1985 bis August 1987.

Karosserieform und Varianten

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger E21 macht der 3er der E30-Baureihe einen wesentlich kompakteren und robusteren Eindruck als dieser. Hier hatte BMW ganz deutlich an Material und Verarbeitung zugelegt und den neuen 3er so wesentlich zentraler in der Mittelklasse positioniert. So konnte man Mercedes-Benz schon eher gefährlich werden. Serienmäßig hatten nun alle Modelle, egal mit welcher Motorisierung, vier runde Frontscheinwerfer. Die erste Modellgeneration, auch Vorfacelift genannt, war durch den großzügigen Einsatz verchromter Exterieurdetails gekennzeichnet, während der Innenraum mit seiner schwarzen Hartplastiklandschaft als Sinnbild kühler 80er-Jahre Ästethik gelten kann.

Erste Modellpflege – der 325e flog 1987 aus dem Programm. [1]

Zweite Modellpflege – ein E30 Zweitürer von 1987 bis 1991.

Auch der E30 verfügte bereits über das bis heute verbaute fahrerorientierte Cockpit, das ganz dem fahrdynamischen Charakter des Fahrzeugs entsprach. Sowohl 1985 als auch 1987 wurden Modellpflegen, auch Facelifts genannt, durchgeführt. Im November 1982 lief der erste BMW E30 vom Band und konnte sogleich die Gunst der Käuferschaft erobern. Bis Januar 1983 war der E30 ausschließlich als zweitürige Limousine erhältlich, erst danach gab es ihn auch mit vier Türen. Ebenfalls erhältlich war das sogenannte Baur Top-Cabriolet, das bereits vom E21 bekannt war. Hierbei handelte es sich um einen Targa, der bis April 1991 gebaut wurde. Ab Mitte 1985 gab es allerdings auch ein vollwertiges Cabrio, das bis ins Jahr 1993 gebaut wurde und heute eines der gesuchtesten und beliebtesten Youngtimer-Cabrios ist. 1987 erschien die Kombiversion des E30. Dieser als Touring bekannte Lastesel erwies sich als wahrer Verkaufsschlager und wurde bis 1994 gebaut.

Erste Modellpflege (1985-1987) des E30. [1]

Zweite Modellpflege (1987-1991) des E30. [1]

Motorisierung des BMW E30

Während der E30 zu Beginn seiner Bauzeit mit den bereits aus dem E21 bekannten Motoren ausgeliefert wurde, wurde die Motorenpalette rasch um interessante und moderne Neukonstruktionen erweitert, sodass die Fahrzeugauswahl keine Wünsche mehr offen ließ.

Anfangs markierte der 323i das Topmodell der E30-Baureihe. Dieser 143 PS starke Sechszylindermotor war bereits in der Karosserie des E21 verbaut worden und wurde von Kennern aufgrund seiner ansprechenden Dynamik geschätzt. Später wurde er vom 325i abgelöst. Dieser verfügte ebenfalls über einen Sechszylindermotor, der 175 PS leistete. Beim 325e handelte es sich um ein besonders sparsames und daher ökonomisches Modell auf Basis des 325i. Der 320i bildete den Einstieg in die Sechszylindermodelle und wurde vor allem aufgrund seines seidenweichen Laufes geschätzt. Trotz seiner unbezweifelten Qualitäten und einer Motorleistung von 129 PS konnte er nicht mit den Erwartungen mithalten und musste sich bisweilen dem schwächeren und um zwei Zylinder magereren 318i geschlagen geben.

BMW E30 als M3. [1]

Markant: der Heckflügel des M3. [1]

Unter dem 318i rangierte noch der 316i, der das Einstiegsmodell in die Welt des E30 markierte. Am anderen Ende der Leistungsskala stand der E30 M3. Dieser ursprünglich als Homologationsmodell auf den Markt gebrachte Renner wurde von 1986 bis 1991 gebaut und war als Coupé sowie als Cabrio erhältlich. Sein intern S14 benannter Motor leistete je nach Ausbaustufe zwischen 190 und 238 PS. Die in der DTM eingesetzten Tourenwagen kamen sogar auf eine Leistung von bis zu 375 PS. Auch die Dieselfraktion war im E30 mit den Modellen 324d und 324td schon vertreten, wobei Letzterer dank Turboaufladung das deutlich dynamischere Fahrzeug war.

Technische Details der E30 Baureihe

Der E30 von BMW war ein echter Technologieträger und mit allen erdenklichen Hightech-Features ausgestattet. Zu den besonders interessanten Ausstattungsdetails zählte etwa die Check Controll, die es dem Fahrer ermöglichte, ständig über wichtige technische Funktionen des Fahrzeugs informiert zu sein. Ebenfalls erhältlich war ein Bordcomputer, der etwa Tankreichweite sowie den durchschnittlichen Verbrauch berechnete. Auch die Motorsteuerung war im E30 schon elektronisch geregelt. Die späteren Modelle der Baureihe verfügten über eine Bosch Motronic Motorsteuerung, die es Spezialisten von Firmen wie Racechip Chiptuning ermöglicht, aus dem E30 via Chiptuning noch ein paar zusätzliche PS herauszukitzeln.

Der BMW E30 325ix Touring mit 2494 cm³ & 170 PS blieb bis zum Schluss 1992. [2]

BMW E30 Gebrauchtkauf – Augen auf

Bereits um die 500 Euro lassen sich gebrauchte (und verlebte) E30 finden, meist lohnt der Kauf aber nur, wenn Begeisterung & Können den Aufwand zum restaurieren ermöglichen. Abseits der Teileträger, ist meist Rost der Grund für niedrige Preise. Die Schweller blühen zum Teil stark, Beulen im Fußraum sind auch keine Seltenheit. Muffiger Geruch im Innenraum kann ein Anzeichen für Wasser im Kofferraum sein. Auch „typische“ BMW Krankheiten plagen den E30, wie ausgeschlagene Gelenke der Vorderachse und defekte Hinterachsbuchsen (Tonnenlager). Grundsätzlich sollte der Wagen eher straff als sänftengleich auf der Straße liegen. Beim seitlichen  Schaukeln am Fahrzeugdach, sollte sich der E30 nicht aufschaukeln und schnell wieder beruhigen. Selbiges lässt sich auch am Heck durch provoziertes Schaukeln schnell testen. Häufig finden sich an den günstigen 316i und 318i mit M40 Motor Nockenwellenprobleme.

Zu empfehlen ist die rege Community unter e30-talk.com

Bildquellen:

[1] Rudolf Stricker / wikipedia.de
[2] Edreissig / wikipedia.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.