Fiat/Puch 500 – Knuffiger Kult Oldtimer

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Der Fiat 500, in Österreich unter Lizenz auch als Puch 500 gebaut, zählt heute zu den kultigsten Oldtimern mit einer riesigen Fangemeinde. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, versprüht die kleine, knuffig-runde Kiste doch einen unwiderstehlichen Charme, dem man sich nur schwer entziehen kann.

Charmeur auf vier Rädern – der Fiat 500

Der legendäre Fiat 500 lief 1957 als Nachfolger des Topolino zum ersten Mal vom Band und sollte bis 1977 in 3 702 078 Stück gebaut werden. Der Fiat 500 war von den Entwicklungsingenieuren als einfaches, nüchtern ausgestattetes Auto konzipiert worden, das einen leichten Einstieg in die individuelle Mobilität ermöglichen sollte. Luxus und imposante Fahrleistungen suchte man daher vergebens, aber dies verübelte man dem kleinen zweitürigen Charmeur nicht weiter.

Gekonnt wurde der neue 500 von Fiat beworben – dem Erfolg stand nichts mehr im Wege.

Flexibilität zum kleinen Preis stand von Anfang an auf den Fahnen des Fiat 500. Im Jahr 1958 konnte man den Fiat 500 in Deutschland um wohlfeile DM 2990 erstehen, was umgerechnet und angepasst auch heute noch einen echten Kampfpreis darstellen würde. Dass man heute allerdings bei keinem handelsüblichen Auto die Heizung als Extra dazu bestellen muss, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Doch die fehlende Heizung war nicht der einzige Abstrich, den man als Käufer des Fiat 500 machen musste: Die Seitenscheiben ließen sich nicht senken und das Faltdach reichte bis zum Motorraum. Doch bald nach der Premiere des 500 wurde auch schon eine Luxus-Version angeboten, welche sich durch versenkbare Seitenscheiben und Zierleisten auszeichnete.

Fiat 500 in den Baujahren von 1957 bis 1960.

Bereits im Jahr 1958 bot Fiat seinen Kunden den 500 mit verkürztem Faltdach an, denn ein festes Dach galt zur damaligen Zeit als automobiles Statussymbol. Paradoxerweise sind jene Modelle mit langem Faltdach heute die gesuchteren, da sie beinahe waschechtes Cabrio-Feeling versprühen. Die Fahrleistungen des Fiat 500 scheinen für heutige Verhältnisse mehr als bescheiden: Ein Zweizylindermotor mit 0,5 Liter Hubraum leistete 15 PS, die immerhin für eine Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h gut waren.

Etwas mehr für das Auge bot der Fiat 500 als „Sport“ von 1958 bis 1960.

Ebenfalls bereits ab 1957 wurde in den Puchwerken das österreichische Pendant zum Fiat 500, der Puch 500, gebaut. Obwohl Puch damals eher für die Produktion von Motorrädern sowie passendem Motorradzubehör bekannt war, wurde der Puch 500 ein großer Erfolg. Als Zielgruppe visierte man Motorradfahrer an: Das Fahren des Puch 500 sollte wie Motorradfahren ohne Motorradhelme sein. Die Karosserie des Puch 500 wurde von Fiat übernommen und unterschied sich bis auf die Markenplakette nicht von jener des Fiat 500. Der Motor, ein luftgekühlter Boxermotor mit ca. 16 PS, wurde allerdings bei Puch konstruiert und war wesentlich Drehfreudiger als sein italienischer Vetter. Bis zum Produktionsende im Jahr 1975 wurden fast 60 000 Puch 500 gebaut, die teilweise auch erfolgreich im Rennsport eingesetzt wurden.

Als Stadtfahrzeug vor allem bei Frauen sehr beliebt, der Charmeur Fiat 500 F von 1965 bis 1972.

Im Jahr 1960 wurde die erste Serie des Fiat 500, auch N-Serie genannt, von der zweiten Serie, der sogenannten D-Serie, abgelöst. Optisch unterschied sich die D-Serie in einigen Details von der N-Serie. Eine Gemeinsamkeit der beiden Serien waren die hinten angeschlagenen „Selbstmördertüren“. Die letzten produzierten Modelle der N-Serie waren mit der D-Serie identisch und nur anhand der Fahrgestellnummer der ersten Serie zuzuweisen. Die Motorleistung wurde nun auf 17,5 PS erhöht, was den Fiat 500 erstmals die 100 km/h-Grenze erreichen ließ.

Der ersten N-Serie des Fiat 500 folgte die D-Serie.

Eine weitere interessante Neuerung des Jahres 1960 stellte das Kombi-Modell des Fiat 500 dar. Dieses Giardiniera, Gärtnerin, genannte Modell zeichnete sich durch einen um 90 Grad nach rechts geneigten Motor aus. Diese Einbauweise sorgte für einen geräumigen hinteren Kofferraum und machte den 500 zusammen mit einer längeren Karosserie sowie einem verlängerten Radstand zum echten Familienauto mit ehrlichen vier Sitzen. Die reguläre Version des Fiat 500 ist nämlich nur zwei Passagieren zu empfehlen.

Italienisch, Rot und einfach süß – zu seiner Zeit war der 500 (hier wieder als F von 1965 bis 1972) für Fiat ein Volltreffer.

1965 kam es abermals zu einem Modellwechsel und die F-Serie löste die D-Serie ab. Im Gegensatz zu den Vorgängerserien verfügten Modelle der F-Serie erstmals über vorne angeschlagene Türen und der Fiat 500 hatte erstmals ein Blechdach. Das Faltdach wurde bei Fiat aber nicht komplett ad acta gelegt, sondern war auf Sonderwunsch noch erhältlich. In der F-Serie gab es wieder eine Luxus-Version, den Fiat 500 L, der sich durch Chrom-Zierleisten und einen größeren Tacho auszeichnete.

Von 1968 bis 1972 gab es den 500 auch als „De Luxe“ Ausführung.

Von 1972 bis 1977 wurde die letzte Baureihe des Fiat 500 gebaut. Diese als R-Serie bekannte Baureihe hatte bereits den Motor des 500-Nachfolgers 126 verbaut. Dieser leistete im 500 18 PS. Auch optisch unterschied sich diese Baureihe von der Vorgängerserie, wenn auch nur in Details.

Ab 1972 wurde die letzte Baureihe des Fiat 500 angeboten und als R-Serie verkauft.

Fiat bzw. Puch 500 sind heute begehrte Oldtimer und relativ pflegeleicht. Zu einem Preis von rund EUR 10 000 bekommt man ein hervorragendes Exemplar, mit dem man sicher noch lange Freude haben wird.

Fiat 500 im Web:

Bilder: Hersteller / Fiat

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