Lancia Delta HF Integrale – Legende des Ralleysports

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Bei italienischen Autoherstellern denkt man in erster Linie an rote Ferraris und berühmte Design Ikonen des Typs Alfa Romeo. Dann ist eigentlich auch schon Schluss, wenn man mal ignoriert das Fiat vor einiger Zeit die Luxuswagenmarke Jaguar verschluckt hat. Schaut man aber auf die Historie der Fiat Automobilindustrie, tut sich doch ein kleines Lichtchen am Autoliebhaberhimmel auf, sofern man sich den Fiat Ableger Lancia anschaut. Lancia hat in seiner Automobilgeschichte Liebhaberstücke hervorbringen können, bei denen sich die Ingenieure ernsthaft mal auf die Schulter klopfen konnten. Es kann nur von einer die Rede sein: LANCIA Delta HF Integrale.

Lancia Delta HF Integrale – begehrte Diva

Mit dem Lancia Delta HF Integrale ist dem Traditionshersteller ein sportives Kunststück gelungen, als Diva umstritten aber doch ungeheuer geliebt von Sammlern und Autokennern. Schon der Name dieser Autogöttin zergeht auf der Zunge. Auch Hammond, einer der 3 Top Gear Götter, hat sich das gute Stück mal zur Brust genommen und ist verliebt in die authentische und funktionale Schönheit. Man muss diesen kantigen Klassiker einfach lieben.

Der Lancia Delta HF Integrale mit Katalysator in den Baujahren von 1991-1993.

Die Basisversion der Diva begann ihre Karriere 1979. Produziert wurden die klassischen Lancia Deltas und damit die Deltas der ersten Generation bis 1994. Die Delta II Reihe lief 1993 bis 1999 über die Produktionsbänder. Auf dem Genfer Auto Salon 2008 wagte man sich mit der dritten Generation wieder auf den Markt. Vom alten Delta ist bei dieser Baureihe aber nicht mehr viel übrig. Dem Turbo blieb man treu, aber Vorlage im Design war die Studie Grantourissmo Stilnovo und nicht etwa die ersten Delta Generationen.

Typisches Kennzeichen bleibt bei allen Modellen zumindest das Schrägheck. Neben den weniger spektakulären Basismodellen schickte man 1982 sportlichere GT Versionen auf den Markt. Die GT Versionen mit 1.6 Liter Maschine und unbeeindruckenden 105 PS hatten noch nicht ganz das Potenzial der Evo Versionen. Ausstattungstechnisch galt der Delta GT aber schon früh als Vorreiter, was nicht nur (man mag heute drüber lächeln) den elektrischen Fensterhebern, der Servolenkung (in späteren Modellen) und dem Bordcomputer zuzuschreiben war, sondern der Einzelradaufhängung, Lichtleitern für Instrumentarien und einer weich geschäumten Türverkleidung. Schicke Alcantara Schalensitze, ein sportives Lenkrad und mega funktionale Amaturen machen den unverbauten Delta zum echten Prachtexemplar.

Hier der Lancia Delta Integrale Rally aus dem Jahre 1990.

HF-Reihen – die historische Hommage an Lancia Delta Integrale Modellen

Das kleine HF Emblem mit dem roten Elefanten drauf, verdiente sich erst der Delta HF Turbo, eine HF Turbo Version mit T3- Turbolader. Dieses Modell war zunächst nur als Vergaser zu haben, der aber immerhin für satte 131 Pferdestärken sorgte und in zahlreichen Sonderversionen, ab 1986 auch in Einspritzer Version, von sich überzeugte. HF steht für High Fidelity. Diese Abkürzung steht für einen Rennstall, den Lancia aufkaufte und zum eigenen Werksteam machte. Alle Ralleyautos wurden von Lancia mit dem HF Symbol versehen, als historische Hommage.

Die einzig wahre Lady der Lancia Delta I Reihe mit dumpf brubbelenden V8 ist der 1987 präsentierte Lancia Delta HF Integrale. Die Evolution bei diesem Typ bezog sich vor allem auf technische und optische Veränderungen des Vorgängers, dem Delta HF 4WD.

Knackiges Heck ohne viel Schnörkel am Delta HF Integrale.

Sexy kommt der Delta Integrale HF daher. Das Gesicht mit den 4 kleinen Rundscheinwerfern lässt ihn geradezu brav wirken. Die breiten leicht ausgestellten Kotflügel dagegen verraten schon mehr von der dem Zweiliter 8V-Turbomotor, der natürlich lieber dann heiß gefahren wird, wenn das Wetter kühle Temperaturen mitbringt. Ein Nachteil bleibt einfach, dass der Turbomotor nicht heiß abgestellt werden kann. Das Öl bleibt ohne vernünftige Kühlung im Turbo stehen, der noch heiße Turbo (mal locker 500-800 Grad Celsius) verbrennt dieses Öl. Es setzt sich mal eben Öl-Kohle im Turbo ab und das Öl kann nicht mehr sauber durch fließen. Irgendwann verbackt diese Suppe und der Turbo darf zu Grabe getragen werden. Nach der Ausfahrt muss man den rassigen Italiener Motor also unbedingt wieder abkühlen lassen. Das Rückteil des Integrale lässt nichts zu wünschen übrig. Die Heckleuchten sind perfekt proportioniert. Bei Bedarf macht ein Heckspoiler das Ralley Feeling perfekt.

Parellel zum V8 wurde der V16 produziert, der mit 147 kW (200 PS) sahnigen Sound abliefert. Der Delta HF Integrale 16v (v=Valve) ist unverkennbar durch seine gewölbte Motorhaube. Durch die 16 Ventile hat der Integrale eine saubere Laufruhe. Souverän ist das gute Stück im Handling, vorausgesetzt er wird von Könnern gefahren. Mit 2 Fingern sollte die Diva nicht ausgeführt werden. Nicht ohne Grund hat das gute Stück 6 Ralley WM Titel in der Gruppe A einfahren können. Bei der Ralley Version pressten den Delta Integrale satte 260 PS auf die Straße. Die Straßenversion des kompakten Alleskönners war so beliebt, das nachproduziert werden musste.

Eine Front die sich einprägt - "vier Augen" und der charakteristische Kühlergrill.

In gutem Zustand kann man für die Diva auch heute noch zwischen 8.000-10.000 Euro über den Tisch wachsen lassen, durch die Entwicklung des Deltas zum Klassiker heißt es Preistendenz steigend und lässt sich mit etwas Glück hier kaufen. Verhandlungsgeschick ist gefragt und ein tiefer Blick auf die Schwachstellen der Delta Ladys machen klar: als günstige Autos gelten die Lancia Deltas sicherlich nicht. Bei dem Alter sind Rostpickel hart ran zu nehmen. Schlucken tut die Diva auch ordentlich, je nach Fahrweise wird man auf 100 km kaum unter 14 Liter verbrauchen. Problematisch ist die Wartung. Ersatzteile sind nur schwer zu bekommen und fressen dann gern auch Löcher in die Geldbörse.

Der wassergekühlte Turbo verhilft der Lady beim Druck aufs Gaspedal zu ungeahnten Starts. Der saubere Fahrspaß entfaltet sich bei Beschleunigungswerten von 6,7 s von 0 auf 100 km/h . Da lassen sich moderne Ampelflitzer locker aus dem Rückspiegel betrachten. Der Allradantrieb und die Kraftverteilung beim Integrale 16v (vorne 43% hinten 57%) sorgen dafür, dass der Wagen kaum untersteuert und wie ein Brett durch die Kurven schießt. Das 5 -Gang -Schaltgetriebe ist sauber abgestimmt.

Großes Spektakel für die Zuschauer, wenn der Lancia Delta Integrale Rally über die Piste fliegt.

Sagen wir es abschließend mit Richard Hammonds Worten:

„Driving it today, it feels every inch as fizzy, as potent and as exciting as it must have done in the hands of the lucky hooligan who blew me away on the Pennines road.“

Videos zum Lancia Delta HF Integrale

3 Kommentare

  1. Goldi   •  

    „Durch die 16 Zylinder hat der Integrale eine saubere Laufruhe“

    Net schlecht 😉

    • Redaktion   •     Autor

      Schande 😀 Gleich geändert, danke für den Hinweis!

  2. Patrick   •  

    Krass das mein delta 16 zylinder hat hab ich noch gar nicht gewusst

    😉

    „Parellel zum V8 wurde der V16 produziert,“

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